Schüßlersalze

Dr. med. Wilhelm Heinrich Schüßler, geb. 1821, gest. 1898

Die Biochemischen Funktionsmittel

In den letzten 10 Jahren habe ich unzählige Vorträge und Workshops über die sog. „Schüßlersalze“ gehalten und ich freue mich, dass diese immer beliebter und bekannter werden. Es hat sich herumgesprochen, dass die biochemischen Funktionsmittel nach Dr. med. Wilhelm Heinrich Schüßler (1821 – 1898) sehr hilfreiche Mittel zur Behandlung verschiedenster Erkrankungen sein können. Darüber hinaus sind sie günstig und relativ leicht zu handhaben.

In meiner Praxis verordne ich regelmäßig seit vielen Jahren die Schüßlersalze mit oftmals großem Erfolg, manchmal als alleinige Therapie, häufiger als Basistherapie zusätzlich zu weiteren Therapien.

Laien benötigen zunächst nur ein überschaubares Grundwissen über die Anwendung der Schüßlersalze bei einfachen Erkrankungen bzw. Symptomen. Bitte beachten Sie die Grenzen der Selbstmedikation. Bei akuten und komplexen Krankheitsbildern empfehle ich eine individuelle ausführliche Beratung in der Praxis.

 

Einnahme

Bei der Einnahme der Schüßlersalze gibt es einige Grundsätze zu beachten:

  1. Der Bedarf bestimmt die Dosierung
  2. Akut hat immer Vorrang vor chronisch
  3. Schüßlersalze werden vornehmlich über die Mundschleimhaut aufgenommen, sie können gelutscht werden oder in Wasser aufgelöst getrunken werden
  4. Die Dauer der Einnahme richtet sich nach dem Bereich, für den die Schüßlersalze eingenommen werden. Eine kurmäßige Einnahme sollte über mindestens 4-6 Wochen gehen
  5. Die Schüßlersalze sollten möglichst unkompliziert eingenommen werden, passend zu Ihren Lebensumständen

Für eine persönliche Beratung benötigen Sie einen Termin in der Praxis. Hierbei kann Ihr individueller Bedarf an Schüßlersalzen geklärt und besprochen werden.

Für die Biochemie nach Schüßler sind keine ausreichenden valide wissenschaftlichen Studien zur Wirkung und Wirksamkeit vorgelegt worden. Demzufolge wird die Biochemie nach Schüßler von der evidenzbasierten Medizin, landläufig Schulmedizin genannt, auch nicht anerkannt. Der Gesetzgeber zählt die Schüßler-Salze zu den Homöopathika und damit zu den anerkannten besonderen Therapierichtungen.

 

Antlitzanalyse

Ein interessantes und naturheilkundlich aufschlußreiches diagnostisches Instrument ist die sogenannte „Antlitzanalyse“.

Dr. Schüßler schrieb kurz vor seinem Tod, dass das Erkennen von Mineralstoffmängeln anhand von Zeichen im Gesicht und am ganzen Körper sehr wichtig sei und unbedingt weiter erforscht werden müsste.

Der deutsche Alternativmediziner Dr. Kurt Hickethier (1891 bis 1958) griff später diese Gedanken auf. Er war ein begeisterter Anhänger der Schüßlersalze, nachdem er durch den Einsatz der biochemischen Funktionsmittel trotz seiner Morbus-Bechterew-Erkrankung beschwerdefrei geworden war. Danach widmete er sich ganz besonders der weiteren Erforschung der sogenannten „Antlitzzeichen“.

Hierbei werden sichtbare Zeichen wie Verfärbungen, Faltenbildungen, Haut- oder Schleimhautbeschaffenheit vor allem im Gesichtsbereich angeschaut und beurteilt. Darüberhinaus werden offenkundige Zeichen des ganzen Körpers in die Erkenntnis einfließen, welcher Mangel an bestimmten Mineralstoffen seit kurzer oder auch schon seit längerer Zeit besteht und seine Spuren hinterlassen hat. Solche Mängel führen oft zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, ohne dass wir über die  Zusammenhänge etwas wissen.

Diese Mangelzustände sollen mit Hilfe der Schüßlersalze nach und nach ausgeglichen werden. Durch die Einnahme eben jener fehlenden Mineralstoffe in Form von Schüßlersalzen führen wir nach unseren Vorstellungen dem Körper das zu, was er braucht und situativ oder konstitutionell bedingt entbehren musste.

Heute steht uns ein umfangreiches Spektrum an naturheilkundlich als gesichert geltenden Erkennungsmerkmalen von Mineralstoffmängeln bezogen auf die biochemischen Funktionsmittel der Schüßlersalze  Nr. 1 bis 25 zur Verfügung.

Dies ist ein Verfahren, dass in Einzelelementen von sehr vielen Therapeuten, auch den großen Klinikern des vergangenen Jahrhunderts ausgeübt wurde. Wirklich systematisch entwickelt wurde die Antlitzanalyse aber in der Naturheilkunde. Eine naturwissenschaftliche Validierung dieses Verfahrens hat aber nie stattgefunden, sodass wir die Antlitzanalyse als komplementärmedizinisches Verfahren ohne Anspruch auf wissenschaftliche Anerkennung bewerten müssen.

 

Der praktische Ablauf der Antlitzanalyse

Die sogenannten Antlitzzeichen können nur bei Tageslicht und sehr guter Beleuchtung, ggf. unter Zuhilfenahme einer Lupe beurteilt werden. Um eine möglichst genaue Analyse durchführen zu können, bitte ich Sie daher, auf folgendes zu achten:

Sie sollten keinerlei Schminke im Gesicht oder auf dem Hals tragen, also kein Lidschatten, Wimperntusche, Augenbrauenstift, Lippenstift, Abdeckstift, Eyeliner oder Ähnliches.

Wichtig: bitte auch keine Tagescreme oder sonstige Hautcreme auftragen. Bestimmte Arten von Hautglanz können sonst nicht mehr beurteilt werden. Wenn möglich, verzichten Sie vorübergehend auch auf Nagellack.

Bei gutem Tageslicht werden alle Erscheinungen, die sich in Ihrem Gesicht zeigen, beurteilt. Unmittelbar nach der Untersuchung können Sie sich natürlich wieder schminken. Bringen Sie dafür Ihre Schminkutensilien einfach mit.

Dauer: ca. 30 – 60 min. Sie erhalten das Ergebnis Ihrer Untersuchung in Form einer schriftlichen Einnahmeempfehlung ausgehändigt. Die benötigten Schüßlersalze können Sie in Ihrer Apotheke gleich mitnehmen oder bestellen.