Gesunder Darm

Der Darm ist kein Tabu-Thema mehr!

Viele Menschen klagen über Verdauungsprobleme, für die trotz aufwendiger Untersuchungen oft keine Lösung gefunden wird. Vor allem im Bereich der Naturheilkunde spielte bisher die Darmflora eine große Rolle, vielleicht sogar die Hauptrolle, weshalb ihr seit langer Zeit eine besondere Bedeutung beigemessen wurde. Die richtige Zusammensetzung der Darmflora entscheidet über Gesundheit und Wohlbefinden des Menschen.

Diese Erkenntnisse der Naturheilkunde werden jetzt endlich auch von der medizinischen Wissenschaft nach und nach durch intensive Forschung bestätigt. Dazu hat sich in den letzten 10-15 Jahren etwas Entscheidendes verändert: die Möglichkeiten der molekulargenetischen Sequenzierung (DNA-Analyse) haben dazu geführt, dass das Mikrobiom – die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die uns besiedeln – gründlich untersucht werden kann.

Anzahl wissenschaftlicher Publikationen 2017 zum Schlagwort „Mikrobiom“ auf der Wissenschaftsplattform Pubmed, Grafikerstellung: Lisa Rauth

In vielen tausend Studien hat sich gezeigt, dass die richtige Zusammensetzung der Darmflora (Eubiose) ein Hauptaspekt unserer Gesundheit und unseres Wohlbefindens ist. Ist die Zusammensetzung und Dichte unserer nützlichen Darmbakterien durch Medikamente wie Antibiotika, Cortison, aber auch durch Stress u.v.m. deutlich verändert, spricht man von einer Dysbiose, die teilweise massive Auswirkungen auf die Gesundheit des Darmes, dass es Immunsystems, schließlich des ganzen Menschen haben kann.

Auch die evidenzbasierte Medizin kennt die Darmsanierung, wendet sie aber im Vergleich zur Naturheilkunde nur sehr selten an. Oft erst, wenn praktisch das Kind bereits mit dem Bade verschüttet wurde, beispielsweise nach einer hochdosierten Antibiotikatherapie, die die natürliche Darmflora zerstört hat. Dazu eine Buchempfehlung:

Prof. Dr. Martin Blaser, New York: Antibiotika Overkill, So entstehen die modernen Seuchen. ISBN 978-3451600234

Mikrobiomwissenschaft

Ich freue mich sehr, dass die Mikrobiomwissenschaft durch intensive Forschung nach und nach die zentrale Bedeutung des Darms bestätigt. Ich besuche mehrmals im Jahr internationale Kongresse und profitiere in hohem Maße von den aktuellen Forschungsergebnissen.

Am Ende dieser Asuführungen sehen Sie eine ganz kleine Auswahl wissenschaftlicher Studien.

 

Wie ist das diagnostische Vorgehen in der Praxis?

Bitte beachten Sie: das diagnostische Vorgehen wird nicht immer alle aufgeführten Untersuchungen umfassen. Es wird im Einzelfall entschieden, was sinnvoll und nötig ist.

1. Laboruntersuchung des Stuhls

Der Patient entnimmt zuhause nach Anweisung etwas Stuhl und schickt ihn ins Labor, sodass dort die Zusammensetzung der Darmflora, der Zustand der Darmschleimhaut sowie die Aktivität des Immunsystems analysiert werden können.

 

2. Laboruntersuchung des Blutes

Ergeben sich Hinweise auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten, so wird in der Praxis Blut entnommen, ins Labor geschickt und untersucht auf IgG-vermittelte Nahrungsunverträglichkeiten sowie IgE-vermittelte Allergien, welche Mikroentzündungen des Darms auslösen können. Das Ergebnis dieser Befunde führt zu sehr spezifischen und individuellen Ernährungsempfehlungen.

 

3. Klinische Untersuchung

Eine Untersuchung des Bauches durch Abtasten, Abhören, Beklopfen und Anschauen kann weiteren Aufschluss über den Zustand der inneren Organe geben, und kann je nach Verdachtsmoment auf die Notwendigkeit weiterführender internistischer Untersuchungen hinweisen.

 

4. Urinfunktionsdiagnostik

Eine spezielle Untersuchung des Urins gibt Aufschluß z.B. über lymphotoxische Belastungen im Darm, Belastungen durch falsche Ernährung oder Medikamente o.ä. (siehe UFD und ALH), Auswirkungen auf die Darm-Leber-Achse und andere Organe. Besonders die Funktionalität der inneren Organe zeigt sich deutlich und führt zu einer spezifischen Wahl an therapeutischen Mitteln. Selbst wenn zunächst eine Untersuchung mit einem Teststreifen (Combur 10) durchgeführt wird, so gehört der zweite Teil dieser Untersuchung nicht zur medizinisch-wissenschaftlich basierten Diagnostik. Sie hat sich aber als naturheilkundliches Instrument zur Mittelfindung der Spagyrischen Therapie sehr bewährt.

 

5. Es geht auch mal ohne Untersuchungen

In bestimmten begründeten Fällen kann auf tiefer gehende Diagnostik verzichtet werden, z.B. wenn der Patient bereits ausführliche Befunde mitbringt oder wenn die Symptomatik sehr eindeutig und aufschlussreich ist. Dann kann unmittelbar mit der Therapie begonnen werden.

 

Wie ist das therapeutische Vorgehen?

1. Probiotika

pro bios = für das Leben

Probiotika sind lebensfähige und vermehrungsfähige nützliche Darmbakterien, die im menschlichen Darm siedeln können und die uns gerade aus naturheilkundlicher Sicht einen gesundheitlichen Nutzen bringen.

Die Zusammenstellung nützlicher Darmbakterien in Form von Probiotika kann helfen, eine möglichst rasche Wiederbesiedlung des Darmes mit nützlichen Bakterien zu erreichen. Dies geschieht vor allem mit Keimen humanen Ursprungs. Das veränderte Milieu im Darm führt zu einer Veränderung der Darmflora-Zusammensetzung und nach einiger Zeit wieder zu einer Eubiose. Dabei ist es wichtig, indikationsbezogene, also ganz auf das jeweilige „Thema“ zugeschnittene Probiotika einzusetzen, um möglichst rasch zum Erfolg zu kommen. Ich arbeite ausschließlich mit wissenschaftlich erforschten und medizinisch relevanten Probiotika.

 

2. Präbiotika

Dies ist „das Futter“ für die guten und lebenswichtigen nützlichen Darmbakterien, auch für die Bakterien, die wir nicht als Präparate zu uns nehmen können, wie z.B. Akkermansia muciniphila und Faecalibakterium prausnitzii. Präbiotika helfen uns also indirekt, wichtige Keime anzufüttern, um die schützende Schleimschicht des Darmes wieder aufzubauen und das Immunsystem zu stärken. Es kann sich hier um Substanzen handeln wie Fructooligosacharide und Oligosaccharide, aber auch Andere. Sie kommen v.a. bei extrem O2-empfindlichen Keimen (Anaerobiern) zum Einsatz.

 

3. Nahrungsergänzung

Je nach vorliegender Erkrankung oder Symptom kann der Einsatz von Nahrungsergänzung sinnvoll oder gar notwendig sein. Hierbei achte ich auf Präparate, die eine besondere Zusammensetzung aufweisen, möglichst pflanzlichen Ursprungs sind und aus biologischem Anbau stammen.

 

 

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